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Aktuelle Arbeitsmarktsituation in der Elektronik - ein Corona Stimmungsbild

„Gefühlt“ geht es uns als „kleine , fokussierte Personalberatung“ oder wie manche sagen, „Beratungsboutique“ der Elektronik – Branche sehr gut. Im Corona Jahr 2020 liegt unser Umsatz aktuell über dem des Vorjahres. Stand September 2020 gute 15% wie uns unser Steuerberater jüngst mitteilte.

Aber ähnlich zu den aktuellen  Corona Fallzahlen frage ich mich,  welche Aussagekraft dahinter steckt. Fast witzig, dass vor 2 Tagen mal wieder ein bekannter Virologe meinte, man müsste Zahlen vielleicht etwas relativieren und  tiefer  hinter die Kulisse sehen. Ja – bitte gerne!

Ein kleiner Ausflug zu diesem Thema: Wir leben mit Hauptwohnsitz in Tirol – Risikogebiet – laut Deutschland. Im gesamten Bezirk Kitzbühel haben wir aktuell (vgl. Foto) 12 !!!!!  Betroffene.

Wenn es nicht so traurig wäre, könne man sich totlachen. Wir kennen hier Hotel-und Restaurantbesitzer, die die letzten 3 Wochen der Saison ausgebucht gewesen wären - bevor man sie zum Risikogebiet erklärt hat – jetzt mussten sie – vorerst mal für die restliche Saison schließen – mit  fatalen Folgen für vermeintlich sichere Arbeitsplätze. Traurig und unverhältnismäßig, oder?

Zurück zu uns und unserer Branche:  Ja, wir erleben   „unsere  Klienten“   nach wie vor extrem stabil und zukunftssicher . Wir bemerken aber auch, dass  unser „Info-Account“ sich mehr und mehr mit „Initiativ- Bewerbungen“ füllt.  Wir haben - und diskutieren  - Aufträge mit Skill-Sets,  die auf dem Markt so eigentlich kaum verfügbar sind  und erleben zeitgleich einen Stellenabbau mit Arbeitnehmern, wo mir persönlich die Inspiration fehlt,  wo wir all diese Menschen künftig beschäftigen wollen.

Aber über welche Zahlen reden wir eigentlich konkret?  Ich wollte  gerne meine  „Froschperspektive“ verlassen und eine „Recherche“ anstellen: Also wieviel Arbeitnehmer sind eigentlich gefährdet?  Wo findet massiver Abbau von Stellen in Deutschland statt?  Hierbei hat mich google bei den ersten 5  Searchergebnissen auf  folgenden Link gestoßen :

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/wirtschaftskrise-jetzt-beginnt-der-grosse-stellenabbau-seite-2/3144058-2.html?ticket=ST-936172-EnYwTbh3Abfq4Svqs5PT-ap4

Erst auf den 2. Blick stellte ich fest, dass wir uns im Jahre 2009 befinden. Ok, 11 Jahre später betrachtet: Vielleicht wird die Suppe also doch nicht so heiß  gegessen wie gekocht ?

Hm, ehrlich gesagt glaube ich, dass es weiterhin sehr viele geben wird, die sich definitiv  gar  keine  Sorgen machen  müssen. Wir haben weiterhin den demografischen Faktor zu beachten, es gibt immer noch sehr viele offene  und spannende Funktionen, die besetzt werden wollen.  ABER: Es stellt sich schon auch die Frage, inwieweit man glücklich und zufrieden sein kann, wenn es auch viele andere geben wird,  die die  „die Suppe  vielleicht bald etwas  heißer  essen  müssen“ .  Zeit online hat unser folgendem Link diverse Negativmeldungen zum Stellenabbau gebündelt:

https://www.zeit.de/thema/stellenabbau?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

Da kommt also schon etwas auf unsere Gesellschaft zu , denke ich. Und wer  trägt dafür die Verantwortung?  Corona?  Ja, wenn wir über die Märkte „Reise + Tourismus“,  „Gastro und –Events“ sprechen,  wird das sicher stimmen. Wenn wir allerdings in unserer Industrie der Elektronik bleiben, erscheint mir das Virus oft nur vorgeschoben,  um schon länger geplante Reorganisationen besser „zu verkaufen“. 

Jedenfalls trifft den loyalen Mitarbeiter, der seit 20 Jahren oder mehr seinen Job motiviert und kompetent  erledigt, wohl nicht die Schuld Und davon gibt es viele! Die Unternehmen, deren Strategie und Personalentwicklungspolitik oft komplett an den Anforderungen vorbei ging, stecken da vermutlich schon  etwas mehr in der  Verantwortung  und  die Politik als Prügelknabe der Nation ja sowieso.

Nun hilft es ja sicher keinem weiter, eine Art „Schuldfrage“ zu diskutieren.

Worin liegt die Lösung ? Wie schaffen wir  neue Arbeitsplätze - nicht nur für die  30% „High-Performer“,  wenn es denn überhaupt so viele sind?  

Ich finde darauf aktuell keine Antworten und das macht mir schon  Sorgen!