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Ein Blick auf die Berufsbilder der Elektronik: Einkauf

"Hach, Einkauf... ungefähr genauso herausfordernd wie Schuhe online zu kaufen - 2 Klicks und der Job ist fertig" - so ähnlich wurde mir einmal die Tätigkeit meiner ehemaligen Kollegen nicht wirklich schmeichelhaft beschrieben. Doch was macht man als Einkäufer (m/w/d) eigentlich? Wie unterscheidet sich der operative vom strategischen Einkauf? Was muss man mitbringen, um im Einkauf wirklich erfolgreich zu sein? Das und noch einiges mehr erfahren Sie in unserem JobOfTheMonth Einkauf.

Die Jobtitel: 

Lead Buyer, strategischer Einkäufer, operativer Einkäufer, Supply Chain manager, Projekteinkäufer, uvm. Im Bereich des Einkaufs gibt es eine Vielzahl von Jobtiteln. Doch was genau steckt hinter den einzelnen Titeln?

Vorab sei gesagt, dass es viele Unternehmen gibt, die ihren Einkauf "klassisch" unterteilen: in einen strategischen und einen operativen Einkauf. Oft verschwimmen jedoch die einzelnen Bereiche (und damit auch die Berufsbilder).

Operativer und strategischer Einkauf:

Ein operativer Einkäufer kümmert sich zumeist um die administrativen und ausführenden Einkaufstätigkeiten. Er ist für die fortwährende Bedarfsdeckung eines Unternehmens zuständig. Dies betrifft u.a. Komponenten, Bauteile, Materialien, Waren oder Dienstleistungen, die ein Unternehmen für die Produktion benötigt. Im Gegensatz dazu befasst sich der strategische Einkauf mit der Einkaufsstrategie. Im strategischen Einkauf werden Methoden u.a. der Datenerfassung und Marktforschung miteinander verknüpft, um eine Übersicht der Beschaffungsmärkte zu erhalten, Wertanalysen durchzuführen und Preisentwicklungen erkennen zu können. Gewonnene Erkenntnisse werden in die Entscheidungsfindung mit einbezogen und beim Abschließen zukünftiger Verträge berücksichtigt. Die Einkaufsstrategie wird mit der Gesamtstrategie des Unternehmens abgestimmt und dann im operativen Einkauf konkret umgesetzt. Das Analysieren von Beschaffungsmärkten, die Durchführung von Wettbewerbsanalysen sowie das Bewerten von Chancen und Risiken sind weitere Aufgaben des strategischen Einkaufs. Ebenso zählen zur Aufgabenbeschreibung die Lieferantenfindung bzw. die Erweiterung des Lieferantenportfolios auf nationaler und internationaler Ebene, die Lieferantenbetreuung sowie oft auch die Entwicklung von Verfahren zu Lieferantenbewertung.

Lead Buyer:

In vielen Unternehmen findet sich die Rolle eines "Lead Buyers". Oft werden gleichartige Materialien und Rohstoffe unterschiedlicher Sektoren, Divisionen oder Bereiche in Materialgruppen gebündelt - beispielsweise die Warengruppe Elektromechanik. Diese werden dann durch einen Einläufer übergreifend verantwortet, dem zuständigen Lead Buyer Elektromechanik.

Projekteinkäufer:

Der Projekteinkäufer ist der Vertreter des Einkaufs im Projektteam. Im Rahmen eines klassischen PEPs (Produktentstehungsprozesses) ist der Projekteinkäufer von Anfang an mit dabei. Er koordiniert alle einkaufsseitigen Tätigkeiten, welche meistens auch u.a. die Lieferantenauswahl mit einschließt. In dieser Rolle stellt er sicher, dass alle erforderlichen Komponenten für die erfolgreiche Industrialisierung eines Produktes verfügbar sind. Durch seine sehr gute Kenntnis des Marktes agiert er schon frühzeitig und stellt bei potentiellen aufkommenden Lieferengpässen sicher, dass auch gleichwertige Alternativkomponenten verfügbar sind. In klassischen Einkaufsorganisationen übergibt er zum SOP (Start der Produktion) an seine Kollegen aus dem operativen (Serien-)Einkauf.

Supply Chain Manager:

Dies ist eine klassische Funktion in vielen Einkaufsorganisationen - trotz "Manager" im Titel oft ohne Führungsverantwortung. Als Supply Chain Manager erarbeiten Sie die Bedarfs- und Kapazitätsplanung (z.B. elektrischer und elektronischer Bauteile) von der Beschaffung bis zum Warenausgang und stellen eine sichere und rechtzeitige Versorgung der Produktion sicher. Auch die Prüfung der Aufträgen hinsichtlich Materialverfügbarkeit, zeitlicher Umsetzung und Machbarkeit unter Berücksichtigung qualitativer und wirtschaftlicher Aspekte gehört zu den Hauptaufgaben als Supply Chain Manager. Dieser erkennt Kapazitätsengpässe rechtzeitig und wirkt mit entsprechenden Maßnahmen dem entgegen. Daher ist die Analyse von Versorgungslücken sowie die proaktive Identifizierung von Lösungen zur Bewältigung von Lieferengpässen in Zusammenarbeit mit Lieferanten und Sublieferanten sowie den Produktionsstandorten ein wichtiger Aufgabenbestandteil. Weiterhin werden in den meisten Stellenprofilen ebenso die folgenden Aufgaben genannt:

 

  • Weiterentwicklung und Optimierung der SCM Prozesse
  • Sicherstellung der Versorgungssicherheit
  • Erarbeitung und Umsetzung von Lean - Management Konzepten zur Reduktion / Vermeidung von Verschwendungen
  • Erarbeitung von Einsparpotentialen

Indirekter vs. direkter Einkauf

An dieser Stelle sei noch kurz auf die Begriffe indirekter bzw. direkter Einkauf eingegangen. Einkäufer, welche im indirekten Einkauf tätig sind, befassen sich mit Beschaffung von Gütern, welche zwar relevant für das Unternehmen sind, die jedoch nicht in das Endprodukt einfließen (z.B. Büroausrüstung / erforderliche Anlagen / ...). Demgegenüber finden die Produkte aus dem direkten Einkauf (z.B. Subkomponenten wie Chips, Prozessoren,...) direkt Anwendung.

Was steckt dahinter? 

Titel sind oft „Schall und Rauch“  - Was also gilt es zu hinterfragen, wenn man sich für eine Einkaufsfunktion interessiert und das Stellenprofil nicht ganz so viel Informationen preis gibt? Dazu helfen uns einige W-Fragen:

 

  • Wo liegen meine Stärken? Will ich lieber operativer oder strategischer arbeiten?
  • Welche Produkte und wie viele Produkte sollen eingekauft werden? Bzw. geht es generell um Komponenten- oder Systemeinkauf oder eine Mischung aus Beidem?
  • Welche Marktsegmente sind für mich besonders von Interesse (Automotive, Medizintechnik, Automatisierung, …)?

Wer eignet sich für Funktionen im (Elektronik-) Einkauf? 

Um im Einkauf innerhalb der Elektronikbranche erfolgreich zu sein, ist es essenziell, technisches Interesse/Verständnis sowie grundsätzliches Wissen in kaufmännischen Bereichen mitzubringen.

 

  • Viele Mitarbeiter im Einkauf verfügen über einem akademischen Abschluss oder haben über die Berufsausbildung (z.B. Industriekaufmann/-frau) den Weg in den Einkauf gefunden. Je nach technischer Komplexität bzw. Fragestellungen wird im technischem Einkauf ein abgeschlossenes Studium als Wirtschaftsingenieur oder im technischen Bereich (z.B. Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik) erwartet.
  • Sehr gute Englischkenntnisse verstehen sich aufgrund der Internationalität des Einkaufs von selbst.
  • Ein sicherer Umgang mit einem ERP System sowie MS-Office wird vorausgesetzt.
  • Know-how im beschaffungsbezogenen Vertragsrecht sowie im technischen und kaufmännischen Projektmanagement sind von Vorteil.
  • Multiprojektmanagement-Skills und hohe Kommunikationsfähigkeit sind wichtige Grundlagen für eine erfolgreiche Tätigkeit im Einkauf.

Entwicklungsmöglichkeiten: 

Im Bereich Einkauf gibt zum einen Möglichkeit sich innerhalb der Einkaufsabteilung eines Unternehmens weiterzuentwickeln. Oft starten die Mitarbeiter im operativen Einkauf und entwickeln sich mit entsprechender Berufserfahrung, z.B. in den strategischen Einkauf weiter. Oft sehen wir im Einkauf Kaminaufstiege, also von einer Spezialistenfunktion innerhalb der Einkaufsorganisation die Karriereleiter nach oben - beispielsweise erst als Teamleitung (z.B. Teamleitung Operativer Einkauf), über eine Gruppenleitungsrolle hin zum Einkaufsleiter oder auch in konzernübergreifenden Managementpositionen im Einkauf. Auch die Weiterentwicklung innerhalb des Supply Chain Managements ist denkbar. Nicht selten kommt es vor, dass Einkäufer sich für eine weitere Laufbahn im Vertrieb entscheiden.

Die Gehälter:

Das finanzielle Spektrum im Einkauf ist weit gestreut, wir sehen folgende aktuelle Benchmarks:

 

  • Position: Operativer Einkauf
  • Berufserfahrung: 5 Jahre
  • Zieljahresgehalt: 50.000 € - 70.000€

 

  • Position: Strategischer Einkäufer / Projekteinkäufer / Supply Chain
  • Berufserfahrung: 8 - 12 Jahre
  • Zieljahresgehalt: 70.000 – 95.000 €

 

  • Position: Lead Buyer oder Teamleiter
  • Berufserfahrung: 10 Jahre+
  • Zieljahresgehalt: 85.000 - 100.000 €

 

  • Position: Leiter Einkauf / Leiter Supply Chain
  • Berufserfahrung: > 20 Jahre, 10-15 Mitarbeiter
  • Zieljahresgehalt: 115.000 - 130.000 €

 

Die Meinungen dazu:

Herr Christoph Antener (Director Strategic Sourcing) von KATEK:

 

Bei der KATEK Group sind die Disziplinen „Strategischer Einkauf“ und „Supply Chain Management“ essenziell, um Kundenbedürfnisse optimal zu erfüllen und vor allem den Unterschied auszumachen. Sowohl der strategische Einkauf als auch das Supply Chain Management besitzen bei der KATEK Group einen besonderen Stellenwert und auch große Verantwortung, um die hohen Materialquoten im EMS-Umfeld bestmöglich zu managen – kurz gesagt: Der strategische Einkauf und das Supply Chain Management tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei.

Neben der Erarbeitung von Einkaufstrategien, welche im Einklang mit der Unternehmensstrategie sein muss, gehört ebenso ein effektives Lieferanten- und Warengruppenmanagement auf nationaler und internationaler Ebene. Um alle Informationen in „Echtzeit“ zur Verfügung zu haben, nutzen und arbeiten wir bei der KATEK Group mit „Digitalisierung im strategischen Einkauf“. Wir generieren Unmengen an Daten im strategischen Einkauf – wenn diese Daten richtig eingesetzt und angewendet werden, können so beispielsweise Vorhersagen in Materialgruppen getroffen werden, welche anschließend bei Entscheidungen, Aktionen und Maßnahmen helfen. Wenn Sie im strategischen Einkauf „gestalten“ und sich weiterentwickeln möchten, Freude an der Erarbeitung und Umsetzung von internationalen Lieferanten- und Warengruppenstrategien haben und dabei die Digitalisierung einflechten wollen, dann bietet Ihnen die KATEK Group exakt jenes Arbeitsumfeld. Schauen Sie auch auf unserer Website vorbei!

 Zu den Jobs im Einkauf:

Einkauf ist definitiv deutlich mehr als nur "2 Klicks und Fertig" wie beim Onlineshopping! Wenn Sie aktuell auf der Suche nach einer neuen Herausforderung im Einkauf sind, werfen Sie doch einen Blick auf unsere offenen Positionen.

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