- März 2026
- Von Nadja Eder
- Allgemein
25 Jahre SchuhEder
Ein persönlicher Rückblick von Renate Schuh-Eder.
Es ist ein Sonntagnachmittag und ich sitze an der Organisation zu unserem Firmenjubiläum. 25 Jahre SchuhEder Consulting GmbH – gegründet im April 2001. Für mich persönlich bedeutet das auch: über 30 Jahre Erfahrung im Metier der Personalberatung.
“Side-note”: Ich würde heute keinem “Bewerber” empfehlen, zu erwähnen, dass er schon etwas 30 Jahre lang macht. In diesen Tagen erscheint mir das eine eher negative Message zu sein. Zu viel Erfahrung in einer Sache wird oft mit Stillstand gleichgesetzt. Brauchen wir doch jetzt Transformation, Speed, neues Mindset, andere Skillsets und überhaupt ist “das Alte” grad nicht so opportune, oder?
Wir feiern unser Firmenjubiläum in Barcelona und ich habe 5 Anfragen für individuelle Events – jenseits von klassischen Plattformlösungen gestellt. Überraschung! Alle haben innerhalb einer Stunde sehr freundlich und indviduell geantwortet und maßgeschneiderte sowie kreative Angebote abgegeben. Und das Ganze auch noch günstiger als es online zu buchen wäre. Vermutlich wurde hier überall KI-unterstützt geantwortet, definitv aber mit hohem Verständnis für meine Ideen und Wünsche.
“Side-note:” Ein Sinnbild für unsere Zeit: Wir erwarten Geschwindigkeit bei zeitgleich hoher Qualität und persönlicher Note. Wer das nicht “drauf hat”, wird – meiner Meinung nach – verlieren, egal in welchem Geschäftszweig man tätig ist.
Nun aber zum eigentlichen Thema: 25 Jahre SchuhEder Consulting. Unweigerlich stelle ich mir Fragen:
• War ich erfolgreich?
• Habe ich etwas falsch gemacht und wenn – was?
• Bin ich zufrieden?
• Haben die 25 Jahre einen Mehrwert in der Wirtschaft gebracht, weil Schlüsselpositionen erfolgreich besetzt wurden?
• Konnte ich “wechselwillige Kandidaten” oder die, die wir als Headhunter dazu gemacht haben, glücklicher machen?
• Jetzt bin ich 60 Jahre alt – wohin wird die Reise gehen, in einem Business, das sich – wie eigentlich jedes – vollkommen verändert?
Ich bin kein Mensch, der oft in den Rückspiegel schaut, sondern daran interessiert ist, welche spannenden Dinge noch vor mir liegen. Manche Erfahrungen sind allerdings prägend und wichtig für eine Lernkurve und persönliche Weiterentwicklung.
Meine “Lessons learned” aus den vergangenen 25 Jahren:
1) Wirtschaftskrisen kommen immer wieder und immer schneller
In 25 Jahren sind wir durch mehrere “harte Schocks” wie Dotcom, Lehman und Corona gegangen. Daneben gab es ja auch noch genug “kleinere”, die es auch in sich hatten. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind offene Positionen und Honorare für Personalberater meist die ersten Dinge, die gestrichen werden. Bei der Dotcom Blasé lösten sich innerhalb einer Woche 90% unseres Auftragsvolumens in Luft auf.
Die wichtigste Erkenntnis bei Krisen:
Ein langfristiger Businessplan hilft dann nicht mehr weiter – entscheidend sind finanzielle Stabilität, Kreativität, Flexibilität, klare Positionierung und echte Kompetenz.
Nur damit kann es einer Personalberatung gelingen, aus einer Krise wieder gestärkt hervorzugehen. Ich habe Demuth davor, dass dies bislang immer gelungen ist. Ich denke unsere Positionierung als “Beratungs-Boutique der Elektronik” macht den Unterschied. Unser Berater Team ist Sparring Partner für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugleich. Wir sagen einem Bewerber auch schon mal “bleib erstmal da, wo Du bist – Deine Wünsche werden anderswo auch nicht erfüllt.” Keiner bei uns hat KPIs für zu führende Interviews oder zu versendende Unterlagen.
“Side note”: Wir sind keine “CV-Schubser”. Uns geht es um langfristige Beziehungen.
2) “Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf`s Eis “ – so sagt ein altes Sprichwort.
Persönlich sehe ich die Schwierigkeit darin, für so lange Zeit stabil im selben Business zu agieren – auch wenn das sich laufend verändernde Umfeld es immer wieder spannend macht.
Einmal bin ich sozusagen dem geradlinigen Werdegang entflohen und habe einen Ausflug in die Gastronomie gewagt (wo ich ja auch meinen Ursprung habe). Eine Sommelier Ausbildung folgte und auch ein eigenes Lokal – am Ende des Tages leider nicht von Erfolg gekrönt.
“Side note”: Dennoch: Die Erfahrung möchte ich auf keinen Fall missen. B to C Business öffnet einem in vielen Dingen nochmals die Augen. Also zusätzlich etwas zu wagen, neue Erfahrungen zu sammeln, “kalkulierbares” Risko zu gehen , ist eine enorme Bereicherung – auch wenn man scheitert. Ich kann das nur Jedem empfehlen.
3) Leadership können nicht so Viele
Aktuell sind wir 7 Personen im Team – wir waren mal schon sehr viel mehr Mitarbeiter. Für mich war das Stress pur – ich bin tendenziell wohl mehr der geborene “Freiberufler.” Als Personalberatung mit all unserer Eignungsdiagnostik und den diversen Beurteilungsmöglichkeiten, muss ich akzeptieren, dass ich durch das “Raster einer guten Führungskraft” fallen würde.
“Side-note”: Es ist wichtig, sich selbst gut zu reflektieren und die eigenen Schwächen wahrzunehmen. Nur so kann man eine Organisation gut ausrichten.
4) Intuition für den Wandel und Mut zur Veränderung
Ich denke, es ist mir wirklich gut gelungen auf die Veränderungen und Trends im Markt einzugehen und unsere Organisation danach auszurichten. Unsere Berater haben seit vielen Jahren Spezialwissen und Netzwerke in den “Untersegmenten” der Elektronik aufgebaut. Ob es um Halbleiter, andere elektronische Komponenten geht, um den EMS Markt, die Distribution, Embedded, Leistungselektronik uvm. Ingenieure und Eignungsdiagnostiker sowie effektive IT – Tools machen unsere Organisation schlagkräftig. Als Karrierepartner von einigen High-Tech Messen und dem “Mitgestalter” der Gehaltsformel der Elektronik sind wir qualifizierter Ansprechpartner für viele Karrierethemen.
“Side-note”: Wir nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit – sagte uns schon Friedrich Schiller.
5) Vertraute, Coaches und wichtige Wegbegleiter
Im Zeitraum von 25 Jahren gibt es eine ganze Menge davon. Im Ursprung Mentoren, die einem “das Handwerk” lernen, Stamm- und auch Neukunden, die einen immer wieder challengen. Menschen im Hintergrund – allem voran meine Mom, die bis zu ihrem 80. Geburtstag aktiv noch die Buchführung gemacht hat und zudem immer für eine wunderbare Kinderbetreuung zur Verfügung stand. Langjährige Mitarbeiter und Partner wie z.B. Michael Köhler und Sebastian Basedow, die 100%ig comittet sind und auch mal “kritischere Worte” sprechen
Auch Kooperationspartnern und Dienstleistern gilt ein großer Dank – ohne sie wären wir definitiv nicht so erfolgreich.
“Side-note”: Erfolg ist selten ein Solospiel.
Wohin geht nun die Reise in der Zukunft ?
Was für eine tolle Fügung, dass meine Tochter Nadja vor 5 Jahren entschieden hat (nach ihrer Ausbildung des Maschinbauingenieurs und der WirtschaftspAsycholgin, mit 7 Jahren bei BMW im Quality Bereich incl. China Erfahrung) das Business eines Headhunters der Elektronik zu übernehmen. Wie schön, dass wir die letzten Jahre erfahren durften, “alt und neu” zusammen zu bringen. Sehen wir doch in unserer täglichen Arbeit, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist und Übergaben oft schmerzhaft und nicht erfolgreich ablaufen.
Nadja, ist auch – anders als ich – gerne Führungskraft und hat vor, uns in den kommenden Jahren auf ein “next level” zu bringen. Sie hat inzwischen ein größeres Team aufgebaut und mit ihrem Background nochmals andere Kundenkreise erschlossen.
“Side-note”: Die globalen Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass jedes Unternehmen seine “Hausaufgaben” machen muss und der Erfolg wohl auch weiterhin nicht einfach “vom Himmel fällt”. Meine Intuition aber sagt mir: Wir sind hervorragend aufgestellt.
Wenn ich diesen Text nun gerade so runter schreibe, stelle ich fest dass mich das Ganze doch ein wenig mit Stolz erfüllt. Ich freue mich also sehr darauf mit dem Team in Barcelona zu feiern.
Side note. Work hard, party harder
25 Jahre SchuhEder Consulting und ich liebe diesen Beruf noch immer. Wie schön, dass es weiter geht….
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