- November 2026
- Von Nadja Eder
- Gehälter
Gehaltsauswertung 2026 – electronica
Weniger Wachstum. Höhere Gehälter.
Die letzten zwei Jahre haben die Elektronikbranche geprägt. Nach den außergewöhnlichen Wachstumsjahren während und nach der Pandemie folgten in vielen Bereichen Umsatzrückgänge, Kurzarbeit, Einstellungsstopps und Restrukturierungen. Zahlreiche Unternehmen mussten ihre Organisation an ein verändertes Marktumfeld anpassen. Seit Anfang 2026 stabilisiert sich die Lage auf breiter Front und es wird wieder Wachstum generiert.
Gleichzeitig zeigt unsere aktuelle Gehaltsauswertung zur electronica 2026 ein überraschendes Bild: Trotz dieser Entwicklungen sind die Gehälter in vielen Bereichen gestiegen.
Die Grundlage dieser Analyse bilden die Daten unserer Gehaltsdatenbank sowie die Erkenntnisse aus zahlreichen Gesprächen mit Fach- und Führungskräften sowie Unternehmen aus der Elektronikbranche.
Dabei zeigen sich mehrere Trends, die weit über die reine Gehaltsentwicklung hinausgehen.
These 1: Die Anzahl der Mitarbeiter sinkt, der Wert gefragter Kompetenz steigt
Trotz Restrukturierungen, Kostendruck und Personalabbau in Teilen der Elektronikindustrie steigen die beobachteten Median-Gehälter. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich damit nicht einheitlich: Unternehmen reduzierten Kosten, bauten (viele) Mitarbeiter ab und investieren nun gezielt in schwer zu ersetzende Kompetenzen.
Grafik: Gehaltsentwicklung übergreifend in der Elektronikbranche
These 2: Nicht die Berufsjahre entscheiden, sondern die Relevanz des Skillsets
Noch vor wenigen Jahren war die Berufserfahrung einer der wichtigsten Gehaltstreiber. Heute beobachten wir zunehmend ein anderes Muster. Unternehmen bezahlen für nachweisbare Fähigkeiten, die sie zur Umsetzung ihrer Geschäftsstrategie benötigen.
Entscheidend ist somit nicht mehr in erster Linie die Anzahl der Berufsjahre, sondern die Frage:
Welchen Beitrag leistet eine Person zur strategischen Zielerreichung des Unternehmens?
Wir sehen regelmäßig Situationen, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit zehn Jahren Erfahrung höhere Gehälter erzielen als Kollegen mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung.
Side Note: Neueinstellungen verändern die interne Gehaltslogik
Wenn Unternehmen intern sehr kostenbewusst agieren, für externe Neueinstellungen aber überdurchschnittliche Gehälter zahlen müssen, entsteht eine interessante Spannung zwischen Bestandsgehältern und Neueinstellungsbudgets. Dies braucht Transparenz – nicht nur im Sinne des Lohntransparenzgesetzes. Das Thema der klaren und nachvollziehbaren Stellenbewertung wird extrem wichtig.
These 3: Hohe Gehälter müssen ihren wirtschaftlichen Mehrwert belegen
In den letzten Monaten der Restrukturierungsphase wurden – unserer Beobachtung nach – viele Mitarbeiter entlassen, deren Jahresgehalt weit über dem Markt-Benchmark lag.
Die entscheidende Unterscheidung lautet nicht „teuer oder günstig“, sondern „strategisch relevant oder unnötig“.
Grafik: Symbolische Darstellung
These 4: Weibliche Fach- und Führungskräfte gewinnen überproportional an Marktwert
Wir erleben oft den Wunsch von Unternehmen „diversere Teams“ zu etablieren. Dies schlägt sich teils auch in der Gehaltsentwicklung nieder. Das begrenzte Angebot von Kandidatinnen könnte hierfür den Ausschlag geben. 2024/25 lag beispielsweise der Anteil an weiblichen Studierenden in der Elektrotechnik bei nur 16% Studierende in Baden Württemberg.
Grafik: Gehaltsentwicklung Männer / Frauen in der Elektronikbranche, Medianwerte, electronica 2024 = 100%
These 5: Job-Sicherheit gewinnt weiter an Bedeutung
In unserer Vielzahl von Interviews ist uns aufgefallen, dass das Thema Arbeitsplatzsicherheit massiv an Bedeutung gewonnen hat. Valide Zahlen liefern hier auch Arbeitsmarktstudien:
Grafik: Symbolische Darstellung
These 6: Unternehmensgröße beeinflusst die Gehaltsentwicklung stärker als erwartet
Besonders auffällig ist die Entwicklung nach Unternehmensgröße. Die höchsten Gehaltszuwächse konnten wir nicht bei den größten Unternehmen beobachten. Vielmehr entwickelten sich Unternehmen mit bis zu 5.000 Mitarbeitenden besonders dynamisch. Dies deutet darauf hin, dass viele mittelständische Unternehmen derzeit aggressiver in Schlüsselkompetenzen investieren als große Konzerne. Gerade in technologiegetriebenen Märkten kann die Gewinnung der richtigen Fachkräfte einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bedeuten.
Grafik: Gehaltsentwicklung nach Unternehmensgröße in der Elektronikbranche
These 7: Der Standort macht auch weiterhin einen Unterschied
Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Besonders stark entwickelten sich in den vergangenen zwei Jahren:
- Baden-Württemberg
- Hessen
- Bayern
Die Ergebnisse spiegeln die Bedeutung starker Industrie- und Technologiecluster wider. Regionen mit hoher Dichte an Elektronik-, Automatisierungs-, Sensorik- und Hightech-Unternehmen profitieren weiterhin von einem intensiven Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.
Fazit: Die Elektronikbranche zahlt nicht mehr für Köpfe. Sie zahlt für Wirkung.
Die Gehaltsentwicklung der letzten zwei Jahre lässt sich nicht allein durch Inflation erklären.
Die Daten zeigen vielmehr einen strukturellen Wandel: gefragte Kompetenz gewinnt an Wert.
Die zentrale Frage lautet heute nicht mehr:
„Wie viele Jahre Erfahrung bringt jemand mit?“ sondern „Welchen Beitrag kann diese Person morgen zum Unternehmenserfolg leisten?“
Dies wird den Talentmarkt der Elektronikbranche in den kommenden Jahren weiterhin signifikant prägen!
Individuelle Einordnung statt pauschaler Aussagen
Die Gehaltshöhe wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst: Berufserfahrung, Verantwortungsbereich, Unternehmensgröße, Region, Branche, Ausbildung, Führungsverantwortung oder auch die aktuelle Marktsituation. Daher können allgemeine Gehaltsangaben immer nur eine Orientierung bieten und lassen sich nicht uneingeschränkt auf jede individuelle Situation übertragen.
Für Unternehmen: Wenn Sie eine belastbare Einschätzung für Ihre spezifischen Positionen, Standorte oder Organisationsstrukturen benötigen, erstellen wir gerne einen individuellen Gehaltsreport, der die für Sie relevanten Parameter berücksichtigt und eine fundierte Marktanalyse ermöglicht.
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Sie möchten wissen, ob Ihr aktuelles Gehalt marktgerecht ist? Gerne bieten wir Ihnen einen kostenlosen und unverbindlichen Gehaltscheck an.
Sprechen Sie uns einfach an. Wir freuen uns auf den Austausch.
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Bilder sind KI-generiert / Texte sind KI-modifiziert
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