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C-Level: Dort, wo die Luft dünn ist!

Spannenderweise haben sich Karriereansprüche – nicht nur in der Elektronik – massiv verändert: Ging es in den 80er und 90er Jahren sehr oft um den hierarchischen Aufstieg mit „Machtanspruch“ in Richtung „Direktor“ und Geschäftsführer, so werden heute weitaus mehr Aspekte hinzugezogen und beurteilt, wenn es um die Wahl einer Aufgabe und beruflichen Verantwortung geht.

Es gibt also gar nicht mehr so viel Anwärter für die erste Führungsebene, auch wenn sicher die Vergütung  am höchsten  von allen ist, zeitgleich aber doch mit sehr vielen Arbeitsstunden  und hoher Verantwortung einhergeht. Soviel sei also schon mal vorweg genommen: Wer die Balance und das Gleichgewicht in seinem Leben sucht, muss schon sehr gut organisiert sein und hoch belastbar sein, um sowohl Job und Privatleben noch irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Auch muss man wissen, dass es relevante Mangementfunktionen nicht „täglich vom Himmel regnet“.  Da können schon mal Unsicherheiten im Leben entstehen, wie wir sie z.B. gerade mit Corona hatten. Der Entwicklungs- oder Vertriebsingenieur:in  hat tendenziell morgen wieder eine andere Funktion und die freie Auswahl. Der Geschäftsführer:in oder Bereichsleiter:in  kann schon mal eine Weile ohne Job sein. Dafür braucht man die in diesen Tage so hoch bewertete Resillenz.

Was aber ist nun genau der C-Level?

Der CEO  (Chief Executive Officer) ist eine Bezeichnung aus amerikanischen Organisationen und vergleichbar mit unserem Geschäftführer:in.

Diese Funktion ist sozusagen gesamtverantwortlich über alle Funktionsbereiche hinweg tätig und hat in seinem engsten Führungskreis weitere Mitstreiter in folgenden Rollen, die sein können – aber nicht müssen:

CFO – Chief Finance Officer

CTO – Chief Technology Officer

COO – Chief Operation Officer

Es gibt noch eine ganze Menge weiterer Möglichkeiten, die hinter dem C stehen können,  wie z.B. Strategy, Trust,  Risk, Procurement, Green, Marketing, Compliance, HR, Sales, Information usw.

 

Was befähigt jemanden nun auf C-Level oder generell auch in der 1. oder 2. Führungsebene zu arbeiten?

Solange in Funktionen gedacht wird, ist es relativ einfach:  Man bringt mal mindestens intensive Erfahrungen und Kompetenzen aus seinem Fachbereich (F wie Finance//// M wie Marketing //// S wie Sales usw) mit. Und das verbunden, mit herausragenden „Leadership“- Qualitäten. So entwickelt man sich über die Jahre hinweg in immer mehr Verantwortung und wenn angestrebt und  mit etwas Glück, eben in eine C-X-O Rolle.

Beim COO wird  schon mehr Breite eingefordert:  Für die Gesamtverantwortung in „Operation“  werden Erfahrungen und Kenntnisse in den Themen  Produktion, Qualität, Procurement und Supply Chain – manchmal auch noch Service - eingefordert

Für die Gesamtverantwortung - also den CEO  -  ist es am schwierigsten.

Wer jahrelang „nur“ in einer Richtung unterwegs war, dem traut man nicht zu, plötzlich in Gesamtverantwortung zu gehen. Das ist übrigens auch wirklich ein wichtiger Punkt in der eigenen Karriereplanung. Denn:

Will man die Nummer 1 werden, muss man frühzeitig und klug die Weichen stellen.

 

Welche „Kombinationen“ sind also zielführend?

Am (relativ) einfachsten funktioniert der Weg in Vertriebsorganisationen!  In unserem Kontext in der Elektronik sind das Distributoren und Vertriebsgesellschaften ausländischer Elektronikproduzenten.  Hier erwartet man entsprechende Vertriebserfahrung „rauf und runter“ – heisst also Key Account Management und Flächenvertrieb, Business Development. Tätigkeiten beim Hersteller und im Channel  - um beide Seiten zu verstehen. Und auch die Erfahrung im Umgang mit diversen Marktsegmenten (Automotive, Industrie, Medizin, Aerospace & Defense, usw.) ist relevant.

 

Wer im Social Media präsent ist,  findet bei LinkedIn spannende Referenz-Vitas, die entsprechende Karrierewege gut aufzeigen:

Die Vita von Ralf Bühler - CEO von Conrad (Link zum Social Media Profil)

Jörg Strughold – EMEA President von ARROW (Link zum Social Media Profil)

Antje Jakesch – CEO bei Zettler (Link zum Social Media Profil)

Bei produzierenden Unternehmen mit eigener Elektronikentwicklung ist im Prinzip alles möglich. Es finden sich sogar CEOs im Markt, die aus dem Finance-Bereich kommen und das auch bei hoch technologisch ausgerichteten Unternehmen. Arne Schneider von Elmos (Link zum Social Media Profil) ist hierfür ein gutes Beispiel.

Oder auch „nur“ aus einem Bereich wie z.B. Technologie, wie das beim CEO von Semikron, Karl-Heinz-Gaubatz der Fall ist (Link zum Social Media Profil).

 

Tendenziell zeigen die Vitas der Elektronik CEOs  Kombinationen aus mehreren Funktionsbereich auf – wie:

  • Technolgie/Entwicklung  und Produktion
  • Vertrieb, Marketing und Qualität oder
  • Entwicklung / Vertrieb 

und/oder die Tätigkeit als Business Unit Manager, die immer eine gute „Vorstufe“  für eine CEO Rolle ist, das sie bereits viele Schnittstellen zu allen Unternehmensbereichen hat.

 

Hier noch einige weiter Vitas als „öffentlich zugängige“  Beispiele:

Falk Herrmann - CEO Rohde & Schwarz Cybersecuritiy (Link zum Social Media Profil)

Jochen Hanebeck - CEO Infineon (Link zum Social Media Profil)

Rolf Najork:  CEO Bosch Rexroth (Link zum Social Media Profil)

Michael Goldbach: CEO Duagon (Link zum Social Media Profil)

Dr. Bärbel Götz - CEO bei BMK (Link zum Social Media Profil)

 

Gehaltlich kann man eigentlich keine belastbaren Aussagen treffen.

Wir kennen Geschäftsführergehälter, die bei kleineren Unternehmen bei 120 k p.a. starten und bis weit über eine Million Euro gehen. Das ein oder andere DAX Unternehmen und auch speziell amerikanische Firmen mit Aktienprogrammen usw. spielen sicher noch in einer ganz anderen Liga.