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Stellenanzeigen und JobPostings verstehen – bzw. Wann ist eine Bewerbung erfolgreich?

Obwohl der Arbeitsmarkt sich aus unserer Sicht doch stabil verhält, ist aktuell wieder ein vermehrter Bewerbungseingang zu verzeichnen.

Obwohl der Arbeitsmarkt sich aus unserer Sicht doch extrem stabil verhält

  • zum Einen, weil unsere Branche, die Elektronik, immer noch viele Wachstumssegmente aufzeigt,
  • zum anderen auch dank der Sicherungsinstrumente wie z.B. Kurzarbeitergeld,

so ist dennoch wieder ein vermehrter Bewerbungseingang zu verzeichnen. Und da fällt mir in diesen Tagen doch oft ein Spruch - einer früheren Assistentin - ein, die bei uns den Bewerbungseingang gemanagt hat:

WER LESEN KANN, IST KLAR IM VORTEIL!

In der Tat muss man sich schon manchmal fragen, was sich Bewerber denken, wenn z.B. bei einer LinkedIn Ausschreibung 2 definitive MUSS Kriterien aufgeführt sind und zig Bewerbungen eingehen mit 0 von 2 Kriterien. Da sprechen wir intern dann schon manchmal davon, dass es nicht fair ist, uns so die Zeit zu stehlen. Ähnliches gilt, wenn wir regelmäßig Initiativbewerbungen für Top Management Funktionen erhalten, die im Ursprung aus der Pharma-, Bau- oder Modebranche kommen. Könnte man sich nicht ein wenig bemühen und nachlesen, was das Unternehmen oder die Beratung eigentlich genau macht. Soviel Mühe finde ich, dürfte man schon von einem Bewerber erwarten.

Auf der anderen Seite breche ich natürlich auch eine Lanze für Stellensuchende bzw. Bewerber. Es ist oft wirklich schwer zu verstehen, was genau nun hinter der ausgeschriebenen Funktion steckt und was wirklich die notwendigen Anforderungen sind. Aber mit dem Motto „weniger ist mehr“ und „Qualität versus Quantität“ lohnt es sich, sich genauer mit einer möglichen neuen Funktion zu beschäftigen. Neben der konkreten Stellenanzeig und der Webpage des Unternehmens, lohnt sicherlich auch ein Blick auf die Social Media Portale wie Xing oder LinkedIn. Was machen denn Mitarbeiter bei dem Arbeitgeber in so einer Funktion genau, was steht in deren Profilen, was ist deren Hintergrund? Diese Informationen in Kombination mit den genannten Anforderungen im Job Posting ergeben schon meist ein besseres Bild. Ergänzend kann auch ein erstes Telefonat hilfreich sein, um mehr zu erfahren.

Meine Empfehlung ist: Wenn Sie weniger als 75% der zentralen Anforderungen einbringen können, dann sparen Sie sich den Aufwand!

Zu einer erfolgreichen Einstellung kommt es, wenn ein ganzes Potpourri von Aspekten in sich stimmig ist. Das hat was mit

  • Erfahrungen in spezifischen Unternehmenskulturen (KMU, Konzern, japanisch, amerikanisch usw.)
  • Brands der letzten Arbeitgeber
  • Alter/Seniorität
  • Gehaltseinschätzung
  • Stabilität im Werdegang
  • Standort
  • Fachkompetenz
  • Passender Persönlichkeit und Motivation

zu tun. Am Ende des Tages gehört sicher auch etwas Glück dazu, die gewünschte Position zu erhalten. Dieses Potpourri können Sie kaum beeinflussen. Was Sie allerdings beeinflussen können ist, dass Sie es bis in den Auswahlprozess schaffen und es nicht sofort zu einer Absage kommt. Hierzu ist Ihr Lebenslauf/CV oder auch Ihr Social Media Profil das Mittel der Wahl. Hier muss signifikant und übersichtlich herausgearbeitet werden, wo genau Ihr mindestens 75%Fit liegt. Ein Bewerbungs- oder Motivationsschreiben halte ich persönlich für nicht mehr zeitgemäß und überbewertet. Passen Sie Ihren CV der konkreten Ausschreibung an. Ehrlich bleiben aber dennoch etwas Mühe aufwenden! Dann steigt auch die Quote der Vorstellungsgespräche.

Viel Erfolg!